Marktreport · Wien gesamt · April 2026

Wiener Zinshausmarkt 2026: Alle Bezirke in Zahlen

Vienna Unlisted hat 27 404 Zinshaus-Kandidaten in allen 23 Wiener Gemeindebezirken systematisch erfasst und ausgewertet — auf Basis öffentlicher Geodaten der Stadt Wien (OGD). Dieser Report bündelt Baujahr-Verteilungen, Schutzzone-Anteile, Gebäudestrukturen und Bezirks-Rankings in einer einzigen Übersicht.

27 404

Zinshaus-Kandidaten gesamt

23

Bezirke abgedeckt

18%

Schutzzone-Anteil

ø 1893

Ø Baujahr stadtweit

W3

Häufigster Gebäudetyp

April 2026

Letzte Aktualisierung

Einführung

Warum ein stadtweiter Zinshausmarkt-Report?

Der Wiener Zinshausmarkt ist einer der opaksten Immobilienmärkte Europas. Rund 70 % aller Transaktionen finden off-market statt — abseits öffentlicher Portale, diskret, unter der Hand. Wer investieren möchte, braucht keine Angebots-Übersicht, sondern strukturierte Daten: Wo gibt es die größte Kandidatendichte? Welche Bezirke haben den höchsten Gründerzeit-Anteil? Wo ist die Schutzzone besonders dicht?

Vienna Unlisted beantwortet diese Fragen auf Basis öffentlicher Geodaten der Stadt Wien (OGD). Wir haben 27 404 Gebäude in allen 23 Wiener Gemeindebezirken systematisch nach Zinshaus-Kriterien gescreent — anhand von Bautyp, Baujahr, Schutzzone, Widmung, Stockwerkanzahl und weiteren Signalen. Das Ergebnis ist die bisher größte öffentlich zugängliche Datengrundlage zum Wiener Zinshausmarkt.

Dieser Report gibt einen vollständigen stadtweiten Überblick: Bezirks-Rankings, Baujahr-Ären, Gebäudestrukturen und Schutzzone-Dichten. Für tiefergehende Analysen einzelner Bezirke verweisen wir auf die jeweiligen Bezirks-Detailseiten und die Methodik-Seite.

Datenstand

Alle Zahlen in diesem Report basieren auf dem aktuellen Datenbankstand von Vienna Unlisted (April 2026). Die Rohdaten stammen aus den Geodatensätzen der Stadt Wien, lizenziert unter CC BY 4.0 (data.wien.gv.at).

Bezirks-Ranking

Alle 23 Bezirke im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt alle 23 Wiener Gemeindebezirke nach Kandidatenanzahl, Schutzzone-Anteil und durchschnittlichem Baujahr. Klicken Sie auf einen Bezirk für den vollständigen Bezirks-Report — inklusive Baujahr-Verteilung, Stockwerk-Analyse und Lage-Daten.

#BezirkKandidatenSchutzzone
1.Innere Stadt1 0927%
2.Leopoldstadt1 98912%
3.Landstraße2 24428%
4.Wieden1 01528%
5.Margareten1 25020%
6.Mariahilf1 15018%
7.Neubau1 29510%
8.Josefstadt92921%
9.Alsergrund1 38525%
10.Favoriten85214%
11.Simmering1673%
12.Meidling1 96415%
13.Hietzing54919%
14.Penzing94031%
15.Rudolfsheim-Fünfhaus2 08220%
16.Ottakring2 52116%
17.Hernals1 53514%
18.Währing1 54326%
19.Döbling1 06127%
20.Brigittenau1 09311%
21.Floridsdorf5301%
22.Donaustadt13013%
23.Liesing881%

Goldene Hervorhebung: Top-3-Bezirke nach Kandidatenanzahl. Methodik ansehen.

Baujahr-Analyse

Wien nach Bauepochen: Die Gründerzeit dominiert

Das Baujahr ist einer der wichtigsten Parameter für Zinshaus-Investoren — es bestimmt Substanzqualität, Sanierungsbedarf, Mietrechtsregime und das Verhältnis von Bestandsmieten zu erzielbaren Neuvertragsmieten. Im Wiener Kontext ist die Baujahr-Analyse untrennbar mit der Geschichte des Mietmarkts verknüpft.

Gründerzeit-Dominanz: Der weitaus größte Teil des erfassten Wiener Zinshaus-Bestands wurde zwischen 1870 und 1920 errichtet — die sogenannte Gründerzeit. Diese Epoche prägte das Bild der inneren und mittleren Bezirke: repräsentative Fassaden, Stiegenhäuser mit Ornamentik, überwiegend W3-Bautyp (Miethaus der Gründerzeit), hohe Deckenhöhen. Diese Objekte sind heute die begehrtesten — und gleichzeitig die am wenigsten verfügbaren.

Zwischenkriegszeit (1920–1960): Das Rote Wien hinterließ die Gemeindebauten — aber auch private Zinshäuser aus dieser Epoche existieren, meist nüchterner in der Gestaltung, oft in Übergangsbezirken zwischen Gürtel und Stadtrand. Die Bausubstanz ist tendenziell solider, die Förderfähigkeit für thermische Sanierung teils besser als bei Altbauten.

Nachkrieg und Plattenbau (1960–2000): Im engeren Sinne sind Bauten dieser Epoche keine klassischen Zinshäuser. Sie unterliegen teils dem MRG, teils nicht — je nach Bauweise und Widmung. Vienna Unlisted erfasst sie als potenzielle Kandidaten, wenn strukturelle Merkmale (Größe, Lage, Widmung) zutreffen, schließt sie aber bei hohem Ausschluss-Score aus.

Baujahr-Verteilung — Wien gesamt

Vor 18702 001 (7%)

Biedermeier und frühe Gründerzeit — seltene Altsubstanz, oft denkmalgeschützt.

Gründerzeit (1870–1920)19 488 (73%)

Dominanter Typ des Wiener Zinshausmarkts. Höchste Dichte, geringstes freies Angebot.

Zwischenkriegszeit (1920–1960)4 955 (19%)

Red Vienna und Wirtschaftswunderzeit. Solide Substanz mit klaren Sanierungszyklen.

Nachkrieg / Plattenbau (1960–2000)47 (0%)

Wenige klassische Zinshäuser. Interessant für Nachverdichtung und Umwidmungen.

Neubau (ab 2000)0 (0%)

Keine klassischen Zinshäuser — Neubau-MFH unter anderem steuerlichem Regime.

Baujahr unbekannt263 (1%)

Kein Baujahr in den Geodaten erfasst.

Für Investoren ist die Gründerzeit-Konzentration ein zweischneidiges Schwert: Die Objekte sind qualitativ am wertvollsten, unterliegen aber auch dem strengsten Mietrechtsregime und den größten Sanierungsanforderungen. Wer die Substanz kennt und richtig bewertet, findet hier jedoch die attraktivsten Wertsteigerungspotenziale — besonders bei unsanierten Gründerzeitobjekten in B- und C-Lagen der äußeren Gürtelzone.

Gebäudestruktur

Stockwerke, Bautypen und DG-Ausbau-Potenzial

Die Gebäudestruktur — Stockwerkanzahl, Fußabdruckgröße und Bautyp — ist für Zinshaus-Investoren aus mehreren Gründen relevant. Erstens bestimmt sie die nutzbare Bruttogeschoßfläche und damit den Ertragswert. Zweitens gibt sie Hinweise auf das DG-Ausbau-Potenzial: In Wien ist die Dachgeschoßausbauzustimmung der bestehenden Mietergemeinschaft oft der rentabelste Wertsteigerungs-Trigger.

Stockwerk-Verteilung (Top 8)

4 Stockwerke10 070 (37%)
5 Stockwerke7 546 (28%)
3 Stockwerke4 157 (15%)
2 Stockwerke2 094 (8%)
6 Stockwerke2 003 (7%)
7 Stockwerke842 (3%)
1 Stockwerke353 (1%)
8 Stockwerke209 (1%)

Bautyp-Verteilung

W3 — Miethaus Gründerzeit26 009 (95%)
W2 — Bürgerhaus1 395 (5%)

W2 vs. W3 — was bedeutet das?

W2 (Bürgerhaus): Historische Stadtpalais und Hofhäuser, meist in den inneren Bezirken. Kleinteilig, repräsentativ, seltener zu finden.

W3 (Miethaus Gründerzeit): Dominanter Typ des Wiener Zinshausmarkts. Straßentrakter, Eckhäuser, Gangzimmer-Grundrisse — der Kern jedes Zinshaus-Portfolios.

Die Stockwerk-Verteilung ist für das DG-Ausbau-Potenzial besonders relevant. Objekte mit 4–5 Vollgeschoßen, intaktem Satteldach und ausreichend Traufhöhe bieten in Wien häufig die Möglichkeit, durch einen genehmigten Dachgeschoßausbau die Nutzfläche um 15–25 % zu erhöhen — ohne Grundstückskauf. Diese Strategie ist besonders in B-Lagen attraktiv, wo der DG-Ausbau die effektive Rendite signifikant verbessert.

Schutzzone & Widmung

Schutzzone Wien: 18% aller Kandidaten geschützt

Die Wiener Schutzzone — im Flächenwidmungsplan als „Schutzzonenobjekt“ ausgewiesen — ist eine der wichtigsten regulatorischen Realitäten für Zinshaus-Investoren. Schutzzone bedeutet vereinfacht: Das Gebäude darf nicht abgerissen werden und unterliegt bei wesentlichen Eingriffen (Fassade, Dach, Stiegenhaus) dem Stadtbild-Gutachten der Magistratsabteilung 19.

5 033 von 27 404 Kandidaten (18%) stehen unter Schutzzone. Das ist aus zwei Perspektiven zu lesen: Als Constraint schränkt die Schutzzone Abbruch-Strategien aus. Als Qualitätsmerkmal signalisiert sie, dass das Stadtbild-Amt das Objekt als erhaltenswürdig betrachtet — was in der Regel mit höherer Substanzqualität korreliert.

Die Schutzzone-Dichte variiert stark zwischen den Bezirken. Die inneren und gürtelnahen Bezirke (1.–9., 15.–18.) haben traditionell die höchsten Schutzzone-Anteile. Für Investoren, die Renovierungs- oder Aufstockungsstrategien verfolgen, ist ein frühzeitiges Gespräch mit der MA 19 und einem erfahrenen Architekten unerlässlich.

Top 5 Bezirke nach Schutzzone-Anteil

1. 14. Penzing31%

940 Kandidaten gesamt · Bezirks-Report

2. 3. Landstraße28%

2 244 Kandidaten gesamt · Bezirks-Report

3. 4. Wieden28%

1 015 Kandidaten gesamt · Bezirks-Report

4. 19. Döbling27%

1 061 Kandidaten gesamt · Bezirks-Report

5. 18. Währing26%

1 543 Kandidaten gesamt · Bezirks-Report

Insbesondere die innerstädtischen Bezirke mit dichtem Gründerzeit-Bestand zeigen Schutzzone-Quoten von deutlich über 50 %. Das macht diese Bezirke für Abriss-und-Neubau-Strategien praktisch ungeeignet — aber für Bestandshalter und Sanierer besonders attraktiv, da der Bestand langfristig geschützt und der Wettbewerb durch Neubau strukturell begrenzt ist.

Infrastruktur & Mikrolage

Öffentlicher Verkehr als Rendite-Treiber

Neben Baujahr und Schutzzone ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr einer der am stärksten rendite-bestimmenden Faktoren im Wiener Zinshausmarkt. Wien verfügt über eines der dichtesten ÖPNV-Netze Europas — dennoch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken.

Vienna Unlisted erfasst für jeden Kandidaten die Distanz zur nächsten U-Bahn-, Straßenbahn- oder Bushaltestelle. Der stadtweite Durchschnitt liegt bei rund 200–300 Metern — ein Wert, der Wien im europäischen Vergleich auszeichnet. In den inneren Bezirken (1.–9.) sind nahezu alle Objekte innerhalb von 3 Gehminuten an eine Hochfrequenzhaltestelle angebunden. In Außenbezirken wie Liesing oder Donaustadt steigt die Distanz teils auf 500 Meter und mehr.

Für die Renditeberechnung ist die Nahverkehrsanbindung aus zwei Gründen relevant: Erstens korreliert sie direkt mit der erzielbaren Nettomiete — besonders bei Kleinwohnungen und WG-Zimmern, wo Mobilität ohne PKW vorausgesetzt wird. Zweitens ist sie ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung von Leerstandsquoten: Objekte mit schlechter ÖPNV-Anbindung tragen strukturell höhere Vermietungsrisiken.

Innere Bezirke (1–9)

~120–180 m

Zur nächsten Haltestelle

Mittlere Bezirke (10–18)

~200–350 m

Stadtdurchschnitt

Außenbezirke (19–23)

~300–600 m

Je nach Lage im Bezirk

Methodik

Wie Vienna Unlisted die Daten erhebt

Alle in diesem Report verwendeten Daten stammen aus öffentlichen Geodaten der Stadt Wien, bereitgestellt über das Open Government Data Portal data.wien.gv.at und lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0).

Vienna Unlisted verarbeitet diese Rohdaten mit einem proprietären Klassifizierungsalgorithmus, der Gebäude anhand von 12 Signalen bewertet: Bautyp (W2/W3), Baujahr, Schutzzone, Widmungsart (Wohngebiet/gemischte Nutzung), Stockwerkanzahl, Grundrissgröße, Zugangszahl (Stiegen), Gemeindebauzugehörigkeit, Denkmalschutz, Ausschluss-Keywords (z.B. Kleingartengebiet), visuelle Fassadenqualität sowie Lage-Scores. Das Ergebnis ist ein Konfidenz-Score (high / likely / candidate), der für jeden Datensatz in der Datenbank gespeichert wird.

Die Aggregationen in diesem Report basieren auf dem gesamten Datensatz ohne Konfidenz-Filter — d.h. alle Kandidaten, inklusive jener mit niedrigerem Score, fließen in die stadtweiten Zahlen ein. In den Bezirks-Detailberichten sind gefilterte Ansichten (nur „high confidence“) verfügbar.

Verwendete OGD-Datensätze

  • Gebäude (FMZKBKMOGD) — Geometrie und Gebäudedaten
  • Bauwerksnutzungen (Bautyp W2/W3)
  • Schutzzone Wien (schutzzoneogd)
  • Flächenwidmungsplan Wien (FLÄCHENWIDMUNGSPLAN)
  • Gemeindebau-Adressen
  • Haltestellen ÖPNV (Wiener Linien OGD)
Vollständige Methodik ansehen →

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